Ps 116,15-19; 2. Chr 29,1-31,21; Hebr 12,1-29

Psalm: Immer wieder ficht mich die Vermutung an, dass es nicht geschickt ist, die Psalmen in Häppchen zu lesen. Da geht wohl doch hin und wieder einiges verloren, weil die Verweise im Text in der Lyrik etwas anderes funktionieren als in Prosa. Bei den Prosatexten kann man auch viel schneller einen Sachverhalt der letzten Tage nachschlagen, als die Stimmung in einem Gedicht wiederfinden bzw. nochmals eruieren, woher denn der Eindruck kommt.

Chronik: Heute mal ne neue Technik, direkte Stichwortsammlung während der Lektüre dieses langen Abschnitts: Hiskia wird König – räumt Tempel auf – neue Tempelweihe – Dankopfer – dazu Saitenspiel Davids – Dankgebet – Briefe an die Israeliten, gemeinsam Passa zu feiern, auch weil in Juda Priestermangel herrscht – mittelmäßiger Erfolg – Passa-Feier – Begehen das Fest statt sieben Tage vierzehn Tage lang – Zerstörung sämtlicher Opferhöhen und Altäre der anderen Religionen – Hiskia schafft Ordnung unter den Tempelpriestern – Eintreiben und Sammeln der Tempelabgaben. Oder noch kürzer: Hiskia ist ein guter.

Hebräer: Aufruf dem Herrn nachzufolgen. Und da Jesus es nicht immer leicht gehabt hat, warum sollen es dann die, die ihm nachfolgen, leicht haben. Kann man das ‚christliche Logik‘ nennen? Denn hier wird nicht nur aufgerufen die Verfolgung zu erdulden, sondern vielmehr sie zu ‚genießen‘, sie als Auszeichnung zu verstehen. Begründet wird das mit Spr. 3,11-12, wo es heißt: „Denn wen der Herr liebt hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt“. Und diese Schläge sind ja ganz besondere. Die von den Eltern halten ja nicht lange vor, gerade mal ein Leben lang maximal, aber wenn der Herr zuschlägt, dann dient das der Ewigkeit. Oder, wenn man durch die Schläge der Eltern sie lernt zu achten, dann achtet man durch die Schicksalsschläge des Herrn den Gott ja noch viel mehr. Aber wer behauptet denn, das Schläge zur Achtung führen? Und auf dieser total falschen Prämisse wird dann eine Religion mit aufgebaut: Jede Züchtigung aber, wenn sie da ist, scheint uns nicht Freude, sondern Leid zu sein; danach aber bringt sie als Frucht denen, die dadurch geübt sind, Frieden und Gerechtigkeit“. Damals gab es weder Fachrichtungen wie Psychologie oder Erziehungswissenschaften oder Neurologie oder was auch immer – aber aus der eigenen leiblichen Erfahrung musste doch auch da schon bekannt sein, dass Schläge – auch wenn gut gemeint – nur äußerst selten funktionieren. Jede Verletzung bleibt als Verletzung zurück. Ich reg‘ mich gerade echt auf, denn das hier ist in meiner Leseweise ein Kerntext der Unterdrückung.

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