Ps 145,8-14; Hld 7,1-8,14; Mt 5,17-48 | Weish 1,1-2,22

Psalm: Für Gläubige sicherlich tröstlich: „Der Herr hält alle, die da fallen, / und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind.“

Hoheslied: Wieder für die heutige Zeit arg fragwürdige Metaphern: „Die Rundung deiner Hüfte ist wie ein Halsgeschmeide / … Dein Leib ist wie ein Weizenhaufen, / umsteckt mit Lilien / … Deine Augen sind wie die Teiche von Heschbon“. Die Liebeslieder sind ja recht züchtig, bis auf eines der letzten. Da spekulieren die Brüder über die Zukunft eines noch nicht geschlechtsreifen Mädchens. Das ergreift – mit einem zeitlichen Abstand – das Wort: „Ich bin eine Mauer, / und meine Brüste sind wie Türme, da bin ich geworden in seinen Augen / wie eine, die Frieden findet“. Übersetzt, sie hat auf die fleischlichen Gelüste solange verzichtet, bis ihre Brüste voll ausgebildet war – dann hat sie sich hoffentlich dem Richtigen hingegeben.

Matthäus: Jesus legt ein paar der zehn Gebote aus. Und da sind Stellen dabei, die total engstirnig sind und eher an islamische Fundamentalisten erinnert: „Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen“, „Wenn dich deine rechte hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir“, „und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe“. Das sind genau die Stellen, die die einen wortwörtlich ‚auslegen‘ und die anderen es in die gegebene Realität transferieren. Zweiteres ist mir bei allem dazugehörigem Geschwurbel dann doch lieber. Andererseits legt er einige Zitate Moses dahingehend aus, dass Versöhnung und Frieden stiften quasi die allererste Christenpflicht ist.

Weisheit: Die Schrift heißt im Ganzen „Die Weisheit Salomos“ und ist die jüngste unter den Apokryphen (1. Jahrhundert v. Chr.) und bietet „lange Reden über Weg und Schicksal der Gottlosen sowie der Grecheten“ (Erklärungsbibel, S. 1.179) – na dann auf! Beginnt mit einem Lob auf die Gerechtigkeit. Dann: Weisheit kommt nur zu dem, der nicht der Sünde verfallen ist. Daher reden und denken, die der Sünde verfallen sind und somit gottlos, schlecht von Gott und seinen Geboten, sehen hier heil eher im Jetzt als im Jenseits. Und ob die Gottlosigkeit der Gottlosen noch zu verstärken, wird die Bosheit mit ins Spiel gebracht, die die Gottlosen zudem verblenden. Und dann zusammenfassend: „Denn Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit geschaffen und ihn zum Abbild seines eignen Wesens gemacht. Aber durch des Teufels Neid ist der Tod in die Welt gekommen, und es müssen ihn erfahren, die ihm angehören“.

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