Ps 145,15-21; Pred 1,1-2,26; Mt 6,1-18 | Weish 3,1-5,14

Psalm: Aus dem Beginn dieses Psalms hat man später ein Tischgebet gemacht.

Prediger: Die Erklärungsbibel weiß (auf Seite 802), dass dieses Buch zu den Weisheitsbüchern zählt und es in ihm darum geht, „zu zeigen, dass nur Gott den Sinn aller Dinge kennt“. Text beginn damit, dass es „die Reden des Predigers, es Sohnes Davids, des Königs zu Jerusalem“ also Salomo, sei. Ein richtiger Depri-Text! Kernfrage zu Beginn: „Was hat der Mensch für Gewinn von all seiner Mühe, die er hat unter der Sonne“? Antwort: „es war alles eitel und Haschen nach Wind“. Das führt er an seinem eigenem Leben aus, obwohl es ja recht erfolgreich geschildert wird. Aber: „Denn man gedenkt des Weisen  nicht für immer, ebenso wenig wie des Toren“ und „Wie stirbt doch der Weise samt dem Toren“. Aber der absolute Hammer ist: „und es geschieht nichts Neues unter der Sonne“. Und ich bin mir jetzt aber so was von sicher, dass Samuel Beckett zumindest diesen Teil der Bibel gelesen hat, denn der erste Satz aus Murphy – übrigens der beste erste Satz der Literatur überhaupt – lautet: „Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Neues“. Also das nächste Dissertationsthema: Der Einfluss des Buchs der Prediger auf das literarische Werk von Samuel Beckett.

Matthäus: Man soll auf seine Frömmigkeit achten, man soll Almosen geben und dann die Klappe halten – hier dann das mit der rechten und der linken Hand – man soll beten, aber im Stillen und dabei „nicht viel plappern wie die Heiden“, man soll den anderen vergeben und beim Fasten nicht „sauer dreinschauen“. Kurz, man bete das hier vorgestellte Vaterunser und halte sich daran.

Weisheit: Ein sehr argumentativer Text, der die Gerechten – also die Gläubigen – den Gottlosen immer wieder gegenüberstellt. Und es wundert niemand, dass die Gerechten letztendlich bei allem besser wegkommen. Gerecht können aber auch Personen sein, die in der israelitischen Gesellschaft damals ausgeschlossen wurden wie beispielsweise Unfruchtbare und Entmannte. Müssen natürlich tugendhaft leben, sonst wird es doch nix. Und „keine Kinder zu haben“ ist auch besser, wenn man in Tugend lebt, um eben ggf. das Reich der Gottlosen nicht zu vermehren, die eh kinderreich sind. Die Kinder der Gottlosen haben übrigens keine Chance in diesem Text Gerechte zu werden. Und auch möglicher Ruhm ist nur Tand. Ein Gerechter muss auch nicht alt werden, denn es wird nicht nach der Zahl der Jahre gerechnet. Spannend, dass in diesem Zusammenhang der Begriff des ‚Frühvollendeten‘ fällt, was ich für ein neueres Wort gehalten habe. Und die Ungerechten werden sich, salopp ausgedrückt, am Ende ihres Lebens in den Arsch beißen, weil sie „vom Weg der Wahrheit abgeirrt“ sind.

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