Ps 119,25-32; 2. Mose 29,38-31,18; Mk 16,9-20 | Und: Ende des Leseprojekts

Psalm: So als hätte ich es zum Abchluss bestellt: „Herr, lass mich nicht zuschanden werden!“

Mose: Es wäre ja sehr verwunderlich gewesen, hätte es heute noch einen inhaltlichen Umschwung gegeben. Der Herr diktiert weiter, was er noch so braucht für seine Opfer und für den mobilen Tempel: u.a. Räucheraltar, Gestell aus Kupfer zum Waschen, Räucherwerk. Darüberhinaus weitere Anweisungen wie, dass jeder ein Sühnegeld geben muss, „um sein Leben auszulösen“, wie das Salböl gemacht werden soll usw. Dabei ist ihm wichtig, dass alle Arbeiten von erstklassigen Künstlern und Kunsthandwerkern angefertigt werden sollen. Und dann die eindringeliche Ermahnung, den Sabbat einzuhalten: „Wer eine Arbeit tut am Sabbattag, soll des Todes sterben“. Mir etwas unklar, welcher tiefere Sinn dieses doch arg striktes Verbot haben soll. Aber es ist ja nciht die einzige offene Frage, die nach einem Jahr liegen geblieben ist.

Markus: Jesus erscheint erst Maria von Magdala, dann, in anderer Gestalt, zweien, die gerade übers Land gehen (und sonst die Emaus-Jünger genannt werden), schließlich den elf Jüngern, die gerade zu Tisch sitzen. Nochmals Aufurf in die Welt zu gehen und zu predigen mit der Versicherung, dass kein Gift ihnen schaden wird. Dann „wurde er [Jesu] aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes“. Auch hier wieder diese vollkommen unspektakuläre Himmelfahrt.


Fazit

365 Tage. Jeden Tag Bibel. Jeden Tag mindestens 20 Minuten. Ein Jahr lang. Morgen wird mir das schon irgendwie etwas fehlen, aber ich werde auch etwas froh sein, denn die letzten Wochen waren schon eher anstrengend, da die Erwartungshaltung über die Zeit doch arg gesunken ist und ich im Grunde schon erahnte, was mich noch erwarten würde.

Ich möchte nicht sagen, dass ich von der Lektüre enttäuscht bin – aber irgendwie hatte ich mir dann doch mehr erwartet. Dieses ‚mehr‘ ist aber nur schwer zu beschreiben, denn im Grunde wusste ich ja schon, dass die ‚Geschichten‘ in der Bibel das ist, was ich dem Kern nach schon kenne. Überraschungen waren nicht zu erwarten und dennoch: Es war so eine kleine Hoffnung, auf kleine, feine Nebengeschichte zu stoßen, um vielleicht mal sagen zu können: „In der Bibel steht übrigens auch …“.

Vor Augen hat mir die Lektüre auf alle Fälle gebracht, wie verankert Aussagen der Bibel im normalen Sprachgebrauch sind. Mancher Brief fühlte sich wie ein Steinbruch für Sprichwörter an. Und sie, die Briefe, sind es, die ich im Nachhinein als die bereicherndste Lektüre bezeichne. Denn hier wurde mit Glaubensinhalten gerungen, hier wurde versucht auszulegen und ihnen merkte man eine gewisse Lebendigkeit an. Das ist natürlich auch der Entstehungszeit geschuldet und ich muss nach wie vor aufpassen zu berücksichtigen, dass die Texte des ATs nun z.T. wirklich richtig alt sind. Aber dass es sich so als Geschichtsbuch erweisen würde, hätte ich auch nicht gedacht.

Ich glaube nicht, dass ich die Lektüre der ganzen Bibel jemanden empfehlen würde. Aber wenn man mich fragen würde, was man lesen solle, dann auf alle Fälle:

  • Mose 1 & 2
  • Das Buch Hiob
  • Der Prediger Salomo
  • Das Hohelied Salomos
  • Der Prophet Daniel (oder auch ein anderer)
  • Evangelium nach Markus
  • Paulusbriefe (alle!)
  • Offenbarung des Johannes

Und einen Dank an die stillen Mitleser*innen, denn wenn es mir schwer wurde, dann stellte ich mir vor – ja, ja so viel Phantasie habe ich allemal locker – dass da draußen Menschen sind, die schon auf die Fortsetzung warten.

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